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Accessible Places: Die neue Plattform für verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit von Orten in der DACH-Region

Ein Überblick über das Projekt, die Idee dahinter und wie die App funktioniert.

Das Projekt im Überblick

Name
Accessible Places
Website
https://accessible-places.org
Konzept
Schnelles und einfaches Finden von barrierefreien Orten durch Aggregation aus mehreren Quellen
Region
Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH)
Datenquellen
OpenStreetMap (OSM), accessibility.cloud (u. a. Wheelmap.org), Ginto (Schweiz), Google Places
Geschäftsmodell
100 % kostenlos · werbefrei · ohne Registrierung · privates Non-Profit-Projekt

Was ist Accessible Places?

Mal ehrlich: Jeder von uns liebt Ausflüge an neue, unbekannte Orte. Einfach mal rauskommen, Neues entdecken und eine gute, vor allem sorgenfreie Zeit verbringen. Genau das wünschen sich natürlich auch Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung – doch die Realität im Alltag sieht meistens alles andere als sorgenfrei aus.

Bei der Urlaubs- oder Wochenendplanung ploppen sofort handfeste Fragen auf: Hat das Restaurant eigentlich einen stufenlosen Eingang? Gibt es ein Rollstuhl-WC mit stabilen Haltegriffen? Und wie sieht es mit einem breiten Behindertenparkplatz direkt am Eingang aus – oder gibt es zumindest in der näheren Umgebung eine Parkmöglichkeit? Und wenn ja: Wo genau?

Solche essentiellen Fragen sind im Netz leider oft unheimlich schwer zu beantworten. Genau dafür wurde „Accessible Places" entwickelt. Die Web-App will Schluss machen mit der mühsamen Suche nach Rollstuhl-relevanten Informationen über unzählige verschiedene Websites hinweg. Und sie beantwortet die wohl wichtigste Frage überhaupt: Wie verlässlich sind die Informationen wirklich?

Das Problem mit den Standard-Karten

Wenn wir unterwegs sind, wandert der Finger meistens automatisch zu Google Maps, Bing Maps oder Apple Maps. Das ist für die reine Routenführung super, stößt beim Thema Barrierefreiheit aber schnell an Grenzen. Strukturierte Informationen sucht man dort oft vergebens, und gezielte Filter für Rollstuhlfahrer fehlen fast völlig. Man wühlt sich stattdessen mühsam durch Rezensionen, weil ein Label wie „Rollstuhlgeeignet: Ja" im Alltag oft viel zu ungenau oder schlicht veraltet ist. Im schlimmsten Fall steht man dann abends vor einer unüberwindbaren Stufe.

Accessible Places geht einen anderen Weg. Statt sich auf eine einzige, oft lückenhafte Quelle zu verlassen, führt die Plattform die Daten verschiedener Spezialisten live und in Echtzeit zusammen. Bei einer Abfrage zapft die Seite im Hintergrund Quellen wie OpenStreetMap, accessibility.cloud (wozu auch die bekannten Daten von Wheelmap.org gehören) oder Ginto mit speziellen Informationen für die Schweiz an. Auf Wunsch können Daten von Google Maps ergänzend hinzugefügt werden – allerdings als reine Anreicherung und niemals als einzige Informationsquelle, auf die man sich blind verlassen muss.

„Wer im Rollstuhl sitzt, braucht keine vagen Vermutungen, sondern verlässliche Fakten."

Mit Accessible Places wollte ich ein Tool schaffen, das die besten Datenquellen bündelt und dem Nutzer sofort transparent anzeigt, wie sicher eine Information im Moment ist – ohne Barrieren, ohne Kosten und ohne Datensammlung im Hintergrund.

Ein Suchfeld für alle Wege ans Ziel

Das oberste Ziel von Accessible Places ist es, je nach Situation den kürzesten Weg zur gewünschten Information bereitzustellen. Dafür gibt es ein einziges, ortssensitives Suchfeld mit zwei Einstiegswegen:

  1. 1

    Standort verwenden (⌖)

    Perfekt für spontane Entscheidungen von unterwegs. Ein Tippen auf den Standort-Button ermittelt (nach Freigabe) automatisch den Standort des Smartphones und zeigt sofort die nächsten barrierefreien Restaurants, Cafés oder Kinos in der direkten Umgebung an.

  2. 2

    Ort oder Name eingeben

    Ideal für die Planung im Vorfeld. Einfach Zielort und Kategorie (z. B. Hotel oder Theater) eingeben und die besten Treffer als Liste oder auf der Karte erhalten. Wer die Barrierefreiheit einer konkreten Location prüfen möchte, tippt einfach deren Namen ein und bekommt sofort alle Details zu Eingang, WC und Parkplatz.

Zwei getrennte Fragen: Passt der Ort? Und wie gut ist das belegt?

Frühe Versionen der App zeigten beides in einer einzigen Ampelfarbe — mit der Konsequenz, dass Rot fast immer als „hier nicht hinfahren“ gelesen wurde, obwohl es eigentlich nur „dazu liegt kaum Datenmaterial vor“ bedeuten sollte. Diese Verwechslung war zu naheliegend, um sie wegzuerklären, also trennt die App die beiden Fragen inzwischen konsequent.

  • 🟢🟡⚪

    Die Markerfarbe beantwortet ausschließlich: Passt dieser Ort zu den Filterkriterien, die du selbst eingestellt hast? Grün heißt, er erfüllt sie uneingeschränkt. Gelb heißt, er erfüllt sie mit einer Einschränkung — etwa ein Eingang, der nur eingeschränkt statt vollständig stufenlos ist. Grau heißt, zu einem deiner Kriterien liegt schlicht keine Angabe vor. Ein Ort, der deine Kriterien nicht erfüllt, taucht gar nicht erst in der Liste oder auf der Karte auf.

  • 📝

    Wie gut eine einzelne Angabe belegt ist — Eingang, Toilette, Parkplatz jeweils für sich — steht als kurzer Satz direkt bei genau dieser Angabe in der Detailansicht: „von mehreren Quellen bestätigt“, „aus verlässlicher Quelle“ oder „nur eine schwache Angabe“. Wurde ein Wert nachweislich innerhalb der letzten zwei Jahre vor Ort geprüft, steht auch das direkt dort.

Diese Trennung ist absichtlich: Ein Ort kann sehr gut belegt und trotzdem nicht barrierefrei sein — und umgekehrt kann eine an sich passende Angabe nur schwach belegt sein. Beides gemeinsam in eine Farbe zu pressen, hatte genau die Verwechslung erzeugt, die diese Version vermeidet.

Ein echtes Herzensprojekt für die DACH-Region – komplett kostenlos

Accessible Places ist ein privates, nicht-kommerzielles Hobby-Projekt. Es ist komplett kostenlos, verlangt keinerlei Registrierung oder persönliche Daten und ist zu 100 % werbefrei.

Das Ganze funktioniert bereits flächendeckend in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Egal, ob in Berlin-Mitte, Wien oder Zürich nach einem barrierefreien Hotel, einem gemütlichen Café oder einer Eisdiele gesucht wird – die Plattform hilft, mit minimalem Aufwand an die besten verfügbaren Informationen zum Thema Barrierefreiheit zu gelangen. Bei Fehlern oder Verbesserungsvorschlägen können Nutzer zudem unkompliziert über ein integriertes Formular sofort Feedback geben.

Starke Partner im Hintergrund: Woher stammen die Daten?

Sämtliche angezeigten Informationen basieren auf den offenen Datenbanken unserer starken Partner-Websites. Ohne diese großartigen Open-Data-Projekte wäre dieser Dienst überhaupt nicht möglich. Ein ganz persönlicher Dank geht daher an die jeweiligen Communities und Teams für die Bereitstellung der notwendigen Schnittstellen und Zugänge.

Die Daten von Accessible Places speisen sich aus folgenden Quellen:

  • OpenStreetMap

    Das „Wikipedia der Weltkarten". Es bildet nicht nur die visuelle Grundlage für das gesamte Kartenmaterial, sondern steuert über eine weltweite Community auch wertvolle geografische Basisdaten sowie erste wichtige Barrierefreiheits-Markierungen (z. B. zu stufenlosen Eingängen) bei. openstreetmap.org

  • Accessibility-Cloud

    Ein globales Netzwerk der Sozialhelden e.V., das Daten zur Barrierefreiheit weltweit bündelt. Über diese Cloud fließen unter anderem die unzähligen, von Nutzern manuell geprüften Daten der bekannten Plattform Wheelmap.org in Echtzeit in die App ein. Besonders nachhaltig: Viele der dort erfassten Daten fließen am Ende auch wieder direkt zurück in OpenStreetMap, um das freie Weltkarten-Projekt kontinuierlich für alle zu verbessern. accessibility.cloud

  • Ginto

    Der absolute Spezialist für Barrierefreiheit, mit einem starken Fokus auf die Schweiz und Österreich. Ginto ermöglicht es Institutionen und Communities, detaillierte Zugänglichkeitsinformationen (wie exakte Türbreiten oder Steigungen) zu erfassen und bereitzustellen, was die Datenqualität in der DACH-Region massiv aufwertet. about.ginto.guide

Einfach, unabhängig und wirklich nützlich: Accessible Places